Anforderungen des russischen Zolls an die Kennzeichnung eingeführter Waren

Zertifikat der Zollunion

Die aktuelle Statistik ist markant: Jede zehnte Importgüter-Fracht wird vom russischen Zoll einbehalten, was zu Lieferverzögerungen bis zu zwei Monaten oder länger führen kann.


Nach der Analyse dieser Situation nannten Experten einen der Hauptgründe für solche Verzögerungen: Das ist vor allem die fehlende oder fehlerhafte Kennzeichnung importierter Produkte.

Was ist Produktkennzeichnung und warum wird sie benötigt?


Die Produktkennzeichnung ist eine Produktkennung, die grundlegende Informationen zu einem Produkt enthält. Auf dem Produkt oder seiner Verpackung kann die Kennzeichnung in Form von Text, Bild oder Symbol erfolgen und die folgenden Funktionen ausführen.


Arten der Kennzeichnung
Funktionale Kennzeichnungsarten


Informative Kennzeichnung
enthält notwendige Angaben zum Produkt und dessen Hersteller: Anschrift, Herstellername, sowie anwendbare technische Vorschriften, Angaben zu Eigenschaften des Produktes, seine Zusammensetzung, Lebensdauer, Haltbarkeit usw.

Identifizierende Kennzeichnung enthält Daten, die für Behörden, Verkäufer und Käufer relevant sind, weil sie erlauben, die Übereinstimmung von Produkten mit den GOST-, Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen festzustellen.

Motivierende Kennzeichnung wirkt auf den psycho-emotionalen Zustand des Endverbrauchers aus, um den Absatz von Produkten zu steigern.

Die Kennzeichnung, die den Anforderungen der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) entspricht, muss auf eingeführten Waren angebracht werden, bis sie die Außengrenze der Zollunion überqueren.
Heute ist sie für alkoholhaltige Produkte, Tabakwaren, Pelzwaren, Schmuck, Schuhe, Medikamente obligatorisch. Demnächst kommen aber die meisten weiteren Warenkategorien dazu. Kommt das Produkt ohne ordnungsgemäße Kennzeichnung beim Zoll an, hat sein Eigentümer theoretisch die Möglichkeit, die Situation zu korrigieren. Doch angesichts der Knappheit an Zolllagern kommt es in der Praxis zu Verzögerungen und manchmal sogar zu Warenrücksendungen.


Technische Kennzeichnungsarten


In dieser Hinsicht gibt es zwei Arten der Kennzeichnung: vom Hersteller und vom Handel.

Herstellerkennzeichnung unterliegt den technischen Vorschriften für die Produktkennzeichnung und dem russischen föderalen Gesetz „Über den Schutz der Verbraucherrechte“. Sie kann auf Etiketten, Beilagen, Aufkleber, Anhänger, Kontrollbänder, Stempel, Marken usw. aufgetragen werden.

Zeichen der EAWUHandelskennzeichnung wird vom Lieferanten oder Händler übernommen. Man findet sie auf Kassenbelegen oder Preisschildern, wo man auch sonst Pflichtangaben zum jeweiligen Verkäufer veröffentlichen muss.

Darüber hinaus sind Konformitätszeichen vorgesehen, um den Verbraucher darüber zu informieren, dass die Ware zertifiziert ist und die festgelegten Qualitätsstandards erfüllt. Die Bestätigung der Konformität erfolgt auf drei Wegen: durch die Einfuhrerklärung, sowie durch die obligatorische oder freiwillige Zertifizierung der Ware.

Jedes Verfahren hat seine eigenen Konformitätszeichen:

  • Das Konformitätszeichen bei der Erklärung der Konformität im GOST R-System: Bestimmte Warentypen werden mit dem PCT-Zeichen gekennzeichnet, das jedoch nicht den Code der ausstellenden Behörde enthält.
  • Das PCT-Konformitätszeichen mit der Zertifizierungspflicht im GOST R-System: Hier gibt es Auskunft über die Behörde, die die Konformitätsbescheinigung ausgestellt hat.
  • Das PCT-Konformitätszeichen für freiwillige Zertifizierung: Es hat keinen Code der Zertifizierungsstelle und ist nicht obligatorisch.
  • Darüber hinaus wird im Falle einer obligatorischen Zertifizierung das CTR-Zeichen vorgesehen, das nicht keinen Code der Zertifizierungsstelle enthält und als Zeichen des Warenverkehrs auf dem Markt betrachtet wird.
  • Im Zusammenhang mit der Einführung der neuen technischen Vorschrift wurde ein weiteres Zeichen eingeführt - das PCT-Zeichen - für die Konformität von Produkten mit der entsprechenden technischen Vorschrift.
  • Natürlich darf man das EAC-Zeichen nicht vergessen. Dies ist ein Zeichen, das den Umlauf auf dem EAWU-Markt des Produktes bestätigt, das der vorgeschriebenen Zertifizierung oder Erklärung entspricht.

Wichtig!
Das Anbringen des EAC-Zeichens ist eine zwingende Anforderung der aktuellen technischen Vorschriften der EAWU. Das Zeichen ist in der gesamten Union einheitlich und bestätigt die hohe Qualität des Produkts und seine Sicherheit für den Verbraucher.

Kennzeichnungsvorschriften für eingeführte Waren


Die Verpackung und Kennzeichnung importierter Waren unterliegt strengen Vorschriften. Es gelten folgende Regeln für die obligatorische Kennzeichnung von Waren.

  1. Die Kennzeichnung ist aufs Produkt oder seine Verpackung vollständig anzubringen. Eine teilweise Darstellung ist nicht zulässig.
  2. Die Abmessungen des Zeichens kann man willkürlich auswählen, aber die Proportionen sind strikt definiert und befolgen GOST-Normen: Das Bild sollte schwarz auf weißem (oder hellem) Hintergrund erscheinen. Es soll klar und für das bloße Auge unterscheidbar sein, damit alle seine Elemente deutlich lesbar sind.
  3. Die Kennzeichnung soll gegen negative klimatische Einflüsse beständig sein - nicht abwaschbar, nicht verschwommen, nicht ausradierbar usw.
  4. Auf den Non-Food-Waren muss die Kennzeichnung während der gesamten Garantiezeit beibehalten werden.
  5. Es ist verboten, Produkte zu kennzeichnen, wenn die Gültigkeit des ausgestellten Zertifikats abgelaufen ist!
  6. Nach dem Verfallsdatum von Lebensmitteln, Arzneimitteln, kosmetischen Mitteln und anderen Warenarten, die temperaturempfindlich sind, ist die EAC-Kennzeichnung verboten.
  7. Ist die Verpackung beschädigt, darf sie nicht mehr mit dem Kennzeichen versehen werden.

Wenn die Produkte der Zollunion, Europas oder anderer Länder zur nicht bestimmungsgemäßen Verwendung nach Russland eingeführt werden, sind sie nicht kennzeichnungspflichtig, und die bereits darauf angebrachten Zeichen können entfernt werden.

Darüber hinaus müssen unterschiedliche Anforderungen an die Kennzeichnung von Lebensmittel- und Nichtlebensmittelgruppen berücksichtigt werden.

Im ersten Fall sollte die Kennzeichnung folgende Angaben enthalten:

    Nahrungsmittel-Kennzeichnung
  • Bezeichnung, Sorte, Typ usw.
  • Hersteller
  • Masse oder Volumen
  • Zusammensetzung und Nährwert
  • Herstellungsdatum, Haltbarkeit, Lagerbedingungen
  • Allgemeine Empfehlungen für die Herstellung oder Verwendung
  • Die Daten der Konformitätsbestätigung und dem normativ-technisches Dokument, auf dessen Grundlage dieses Produkt hergestellt wurde, sind unbedingt anzugeben.

Für die Non-Food-Produktgruppe sind die folgenden Informationen für die ordnungsgemäße Kennzeichnung erforderlich:

    Kennzeichnung von Anlagen
  • Bezeichnung
  • Hersteller
  • Zweck und Hauptmerkmale des Produkts
  • Bedingungen und Regeln für den sicheren Gebrauch
  • Die Daten der Konformitätsbestätigung und dem normativ-technisches Dokument, auf dessen Grundlage dieses Produkt hergestellt wurde, sind auch in diesem Fall unbedingt anzugeben.

Wichtig!
Die Kennzeichnung darf keine werblichen oder sonstigen Informationen enthalten, die den Verbraucher irreführen könnten.
Dies gilt für alle Produktkategorien, einschließlich Arzneimittel und Medizinprodukte.

Wer und wo kennzeichnet die Ware?


Bei der Ausübung von Außenhandelsaktivitäten müssen die Vorschriften für die Kennzeichnung und Verpackung der nach Russland eingeführten Waren eingehalten werden. Die Kennzeichnung muss vom Hersteller oder Lieferanten des Produkts vorgenommen werden.

Die einheitliche EAC-Kennzeichnung erfolgt nach der Bestätigung der Konformität dieses Produkts und zwar noch vor seiner Markteinführung. Wenn importierte Produkte keine Kennzeichnung aufweisen, kann der Empfänger das Zolllagerverfahren zur Initiativ-Kennzeichnung der Waren verwenden. Die Umsetzung dieses Verfahrens in der Praxis ist jedoch eher schwierig.
Wichtig!
Eine selbstständige Kennzeichnung nach der Zollfreigabe im Lager des Empfängers wird als Ordnungswidrigkeit angesehen und gilt als „Nichtanmeldung oder unzuverlässige Warenanmeldung“, die die Verhängung einer hohen Geldbuße zur Folge hat.

Kann das Produkt mehrere Kennzeichnungen aufweisen?


Selbstverständlich! Gerade bei importierten Waren ist das häufig der Fall. Beispielsweise kennzeichnet ein gewissenhafter europäischer oder amerikanischer Hersteller seine Produkte.
Aber im Zuge der Konformitätsbestätigung werden die nach Russland eingeführten Waren zur obligatorischen oder freiwilligen Zertifizierung erklärt und mit einer eigenen Kennzeichnung versehen. In diesem Fall wird es mehrere Kennzeichnungen geben, was kein Fehler ist.


 Wie vermeidet man Kennzeichnungsfehler?


Laut der russischen Zollstatistik üben heute rund 86.000 Firmen außenwirtschaftlichen Aktivitäten mit Russland aus. Und alle Firmen müssen für die Zollkontrolle bereit sein. Damit diese Kontrolle reibungslos abläuft, muss der Lieferant noch vor dem Vertragsabschluss eine Reihe von erforderlichen Informationen bereitstellen, die dann bei der Kennzeichnung der eingeführten Waren gebraucht werden.

Am besten ist diese Aufgabe wie folgt zu lösen:

  • Bei der Vorbereitung der Dokumentation stellt man der Zertifizierungsstelle Informationen zur Verfügung, die der Lieferant auf der Kennzeichnung angeben möchte.
  • Die Zertifizierungsstelle prüft ihre Richtigkeit und nimmt ggf. Anpassungen vor.
  • Danach kann das Kennzeichnungsmuster an den Lieferanten geschickt werden, damit dieser die Ware kennzeichnet.

Überprüfung der Kennzeichnung von Importwaren auf Lager


Wenn es dem Empfänger des Produkts an eigener Erfahrung mangelt, um die Einhaltung dieser Anforderungen und die korrekte Kennzeichnung zu überprüfen, ist es besser, sich an Fachleute zu wenden, die auf die Erbringung von Zoll- und Logistikdienstleistungen spezialisiert sind.


Häufige Probleme


Am häufigsten sehen sich Importeure mit den folgenden Problemen im Zusammenhang mit der Kennzeichnung eingeführten Waren konfrontiert:

  1. Unvollständige oder ungenaue Angaben auf der Kennzeichnung
  2. Fehlende bzw. vollständige Angaben zum Hersteller
  3. Fehlendes Herstellungsdatum, Haltbarkeit und empfohlenes Lagerungsschema. Dies gilt insbesondere für Lebensmittel, Arzneimittel, Kosmetika und andere verderbliche Waren
  4. Produkte sind nicht ordnungsgemäß verpackt - Verpackung ist vertauscht, Etikettierung aus einer früheren Charge usw.
  5. Die aufgebrachte Kennzeichnung entspricht nicht den Anforderungen des Kapitels „Kennzeichnungsvorschriften für eingeführte Waren“ - nur teilweise angebracht, schlecht lesbar, unscharf usw.
  6. Während des Transports wurde die Verpackung oder Etikettierung beschädigt.

Hier gibt es zwei Optionen: Entweder wird die Charge an den Hersteller (Lieferanten) zurückgesandt, damit er seinen Fehler korrigiert, oder sie wird einbehalten, bis alle Umstände des Problems geklärt sind.

Russischer Zöllner
Fehlende Kennzeichnung - strafbar oder nicht?


Oft stellen unerfahrene Unternehmer die Frage, ob eine Produktkennzeichnung wirklich erforderlich ist. Ja, ist sie! Ist die Kennzeichnung nicht vorhanden, bekommt der Empfänger, und damit auch der Lieferant, auf einmal zahlreiche Probleme durch russische Behörden.

Darum müssen alle Modalitäten der Warenkennzeichnung zwischen dem Käufer und dem Lieferanten noch vor dem Vertragsabschluss erörtert werden. Aber auch während der Lieferung muss man ständig am Ball bleiben und die Abläufe eingehend kontrollieren oder Fachleute mit dieser Aufgabe zu beauftragen.