Freihandel zwischen EAWU und Israel

Freier Handel zwischen Israel und EAWU
Die letzte Phase der Vorbereitung des von Putin angekündigten Freihandelsabkommens EAWU-Israel deutet auf ernste Aussichten hin. 


Der russische Präsident Wladimir Putin hat auf der Konferenz der Keren Ha-Yesod Foundation angekündigt, dass die Vorbereitung eines Abkommens über die Freihandelszone zwischen Israel und der EAWU in die Endphase geht. Das Staatsoberhaupt wies darauf hin, dass das Abkommen zu einer "Erhöhung der Gegenwarenströme" beitragen werde. Und er sprach über die Bedeutung der Stärkung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen mit Israel - 2018 wuchs der Handel zwischen den beiden Ländern um 9 % und beläuft sich nun auf etwa 2,7 Milliarden Dollar.


Offensichtlich ist Israel nicht das größte Land, darum gibt es gewisse Grenzen für den zunehmenden gegenseitigen Handel - schließlich ist es nicht China, aber gleichzeitig ist Israel immer noch ein aktiver und dynamischer Staat, so dass die obere Grenze der Handelsbeziehungen mit Russland noch weit entfernt ist. Also hat die Freihandelszone durchaus gute Aussichten, zum Beispiel bei der Lieferung von landwirtschaftlichen Produkten nach Russland - diese Industrie in Israel ist gut entwickelt.

Der Gegenstrom von Waren wird traditionelle russische Exporte umfassen - Energie, Metalle und Technologien, die in der Produktionsbranche gefragt sind. Etwas Neues im Handelsaustausch von Russland und Israel ist schwer zu finden - der Warenaustausch hat sich bereits ausgeformt und wächst nun systematisch. Es kommt jetzt der Aufbau und die Diversifizierung der bestehenden Posten und die einheitliche Entwicklung der bestehenden Beziehungen sein. Aber die Hauptsache ist, dass wir enorme Chancen auf dem Gebiet des wissenschaftlichen und technologischen Austauschs haben."

Schwierige Verhandlungen


Die Vorbereitung des Abkommens über die Freihandelszone Russlands mit Israel läuft seit 2015, und es ist offensichtlich, dass sich die Verhandlungen allzu lang andauern. Einst ließ Moskau sogar den freien Austausch des Nahost-Landes mit der Zollunion zu, noch bevor sie zur Eurasischen Wirtschaftsunion wurde. Diese angekündigte Perspektive wurde jedoch nicht zu ihrem logischen Ende gebracht. Obwohl die Parteien sogar eine Arbeitsgruppe von Vertretern der Zollunion und Israels gebildet haben, um diese Fragen zu untersuchen.

Einige Experten führen das Scheitern dieser Arbeit darauf hin, dass Israel bereits ein Freihandelssystem mit der Europäischen Union genießt. Und das ist ein riesiger Produktionsmarkt mit einem ewigen Mangel an Verbrauchern. Israel könnte die Rolle des Vermittlers bei den zollfreien Massenlieferungen europäischer Waren nach Russland übernehmen, was den Hersteller der Russischen Föderation negativ treffen wird. Dieselbe Strategie plante schon die Ukraine, die das Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union anstrebte. Und Russland musste seine eigene Produktion und seinen Markt schützen, indem es den freien Handel mit der Ukraine abbrach.

Moskaus Befürchtungen sind begründet, weil das künftige Freihandelsregime Israels mit Russland höchstwahrscheinlich klar reguliert sein wird. In solchen kontroversen Fällen ist es bei den Freihandelsabkommen üblich, Ausnahmen im Freihandel zu machen. Im Falle von Tel Aviv und Moskau wird es eine sehr spezifische Konstruktion sein.

Das heißt, der Handel wäre sehr eng reglementiert, und er würde sich nur an bestimmte Sektoren richten. Russland produziert eine relativ kleine Palette von Waren, die für Israel interessant sein könnten. Daher macht es für Moskau keinen Sinn, den Markt vollständig zu öffnen und den heimischen Hersteller zu gefährden. Man bekommt einen enormen Strom von wettbewerbsfähigen Gütern, und man wird nicht viel entgegenstellen können. Daher wird es klare Regelungen geben.

Intelligenter Austausch


Putin lobte auch die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern auf dem Gebiet der agroindustriellen Komplexe und erinnerte daran, dass derzeit daran gearbeitet wird, einen "grünen Korridor" zu schaffen, um die Versorgung des russischen Marktes mit israelischen Agrarprodukten zu erleichtern. Darüber hinaus, wird nun ein Netzwerk von Molkereiunternehmen mit dem Einsatz von fortschrittlichen Technologien mit der Beteiligung von Israel in Russland gebildet. Putin verwies auch auf gute Aussichten in der bilateralen Zusammenarbeit im Wissenschafts- und Innovationsbereich.

In Russland nimmt die Produktion von Arzneimitteln unter israelischen Lizenzen zu. Auf der Grundlage israelischer Technologien ist die Schaffung eines multifunktionalen Krankenhauses in Skolkovo geplant. Außerdem werden traditionelle enge humanitäre Kontakte zwischen den Ländern aufrechterhalten. Jedes Jahr besuchen Hunderttausende Russen Israel und erkunden seine religiösen und kulturellen Sehenswürdigkeiten.
Das Konzept des außenwirtschaftlichen Austauschs umfasst traditionell den technologischen Austausch, auch im intellektuellen Bereich. So können die russischen Landwirte viel von ihren israelischen Kollegen lernen, die wettbewerbsfähige Produkte unter extrem rauen natürlichen Bedingungen anbauen können - mit modernen Technologien und Lösungen. Ein weiteres Thema des Austausches wäre die  Einführung moderner digitaler Entwicklungen, Managementinnovationen in verschiedenen Bereichen des staatlichen Verwaltung.

Zum Beispiel ist die israelische Erfahrung durchaus nützlich, um eine digitale Wirtschaft in Russland auszubauen sowie Informationstechnologien für die Abwicklung von Regierungsaufgaben einzuführen. Im Allgemeinen kann das Abkommen über die Freihandelszone zwischen Russlands und Israels in den unterschiedlichsten Bereichen der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern als sehr vielversprechend bewertet werden.

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